Roland Dörfler: Bilder zur Meditation

Für uns Menschen um unseres Heiles willen

Retrospektive zur Aussstellung im Hohen Dom zu Fulda  
Menschliches Leiden und Tod bilden im Querschnitt der Kunstgeschichte immer ein wichtiges Thema, haben aber als wirklichkeitsnahe Darstellung aus guten Gründen einen schweren Stand. So kennen wir aus vorchristlichen oder außerchristlichen Kulturen Bilder der Heroisierung des Leidens. Ein bekanntes Beispiel mag die Laokoon-Gruppe sein.

Darin sehen wir ein "Selbstbild" der Menschen, das sich erst radikal ändert, als Gott in seinem Sohn Mensch wird. Und auch im Christentum mussten mehr als tausend Jahre vergehen, bevor im späten Mittelalter Bilder von der Wirklichkeit der Passion und des brutalen Kreuzestodes näher an die eigenen schmerzhaften Erfahrungen der Menschen herangerückt werden konnte.

Die Menschwerdung, die Passion und das Sterben Christi eingebunden in die Botschaft von der Auferstehung - haben offensichtlich die Sicht der Menschen auf sich selbst, auf ihr individuelles Erleben erheblich verändert. In Heroisierung oder Beschönigung allein wollen sie sich nicht mehr wieder finden. Wahrheiten vom Umgang mit-einander sind deshalb inzwischen anders abzubilden. Das gilt ganz besonders für die Kunst im 20. Jahrhundert, das dürfte auch in Zukunft aktuell sein.

 
 
In der hier sehr knapp skizzierten Entwicklung liegen aber die Chancen, die uns die Frohe Botschaft von Christi Tod und Auferstehung auf dem Weg zu einer größeren Würde aller Menschen anbietet. Dazu gehört, sich den Wahrheiten des menschlichen Lebens und Leidens nicht zu verschließen. Dazu gehört aber auch, mit künstlerischer Be-arbeitung und gestalterischer Durchdringung in Malerei, Bildhauerei, Musik, Literatur und Architektur dieses Leben immer wieder aktuell zur Darstellung zu bringen.

Im Fuldaer Dom wird mit den Bildern von Roland Dörfler und dem begleitenden Programm ein (begrenzter) Bogen des künstlerischen Menschenwerks vom späten Mittelalter über die Barockzeit in die Gegenwart gespannt. Seitdem Gott Mensch geworden ist, ist es für die Menschen weit anspruchsvoller geworden, Seinen Lobpreis zu zeichnen, zu sprechen, zu singen.

Burghard Preusler

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