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Amazonas

Amazonassynode

6.-27. Oktober 2019

Amazonien: Neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie


Logo der Amazonassynode

Der Lebensraum der indigenen Bevölkerung im Amazonasgebiet ist besonders durch legale und illegale Ausbeutung und Zerstörung der Natur bedroht. Der "Schrei der Erde und der Armen" ist zentraler Bestandteil der Debatten, die bei der Bischofssynode vom 6.-27. Oktober im Vatikan stattfinden und den Blick auf die Umweltschäden und deren soziale Konsequenzen lenken.


Zentrale Fragen sind dabei: Wie kann das "Gute Leben" der über 390 indigenen Völker mit seiner tiefen spirituellen Verbundenheit zur Schöpfung geschützt werden? Wie können sich Theologie und Kirche so verändern, dass sie der besonderen Situation der kirchlichen Gemeinden gerecht werden, die durch weite Entfernungen und eine geringe Anzahl an Priestern geprägt ist?


Amazonien ist das zweitgrößte Waldgebiet der Erde und bedeutend für das globale Klima. Wirtschaftliche Interessen sorgen dafür, dass es durch Entwaldung, Privatisierung von Naturgütern wie dem Wasser und Naturverschmutzung zu Eingriffen in das Territorium der indigenen Bevölkerung, Landvertreibungen und Migration kommt. Anstoßgeber für die Synode war auch die Veröffentlichung der Enzyklika Laudato Si' von Papst Franziskus im Jahr 2015, in der bereits die enge Korrelation von sozialen, spirituellen und ökologischen Aspekten zum Ausdruck gekommen ist.



 

Beteiligt an der Vorbereitung auf die Amazonassynode war das kirchliche Netzwerk REPAM (Red Eclesial PanAmazónica), das sich als kirchliche Stimme über Landesgrenzen hinweg gegen die fortschreitende Zerstörung der Natur einsetzt. Dabei wirken Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien gemeinsam. Zu den Kooperationspartnern gehören auch die beiden deutschen Hilfswerke Adveniat und MISEREOR.


In einem Vorbereitungsdokument verweist REPAM auf die zentralen Fragen, die sich die Synode stellen soll. Bis Februar 2019 wurden etwa 85.000 Menschen gehört und 45 thematische Foren veranstaltet und auf Basis dieser Treffen ein Arbeitsdokument (Instrumentum Laboris) veröffentlicht, in dem die zentralen Themen der Synode gesetzt wurden.


An der Synode sind neben den Bischöfen auch Vertreter von REPAM, Experten, Indigene und auch Unternehmensvertreter beteiligt, sodass unterschiedliche Perspektiven und Interessen gehört werden können.

Vorbereitungsdokument

Instrumentum Laboris

 
 

Lokale Synode - globale Wirkung?


Bischof Reinhold Nann (Peru) wird beim kommenden Bonifatiusfest im Juni 2020 die Festpredigt auf dem Domplatz halten.


Amazonien als „grüne Lunge“ der Erde ist bedeutend für das weltweite Klima. Die vielfache Zerstörung des panamazonischen Beckens bringen Jahreszeiten und Klima auf lokaler wie globaler Ebene aus dem Gleichgewicht. Globale und damit auch europäische Wirtschaft mit weltweiten Lieferketten sind massiv an der Ausbeutung beteiligt. CO2-Ausstoß findet maßgeblich auch in Europa statt und der europäische Konsum geht häufig auf Kosten der Armen. Der Blick auf die ökologische Verantwortung und die damit verbundenen sozialen Bedingungen kann durch die Amazonassynode und vor allem die Stimmen der Betroffenen international weiter geschärft werden.


Neue Wege der Seelsorge für das Amazonasgebiet können außerdem Auswirkungen auf die Kirche in Europa haben. Die Erwartungen (und Befürchtungen) an die Amazonassynode sind deshalb gerade auch in Europa groß. Dabei geht es häufig um Fragen nach dem Priesteramt für Frauen und verheiratete Männer (viri probati).


In den Augen von Bischof Reinhold Nann, der in Peru tätig ist, sind diese Erwartungen jedoch überzogen und gehen an der Realität vorbei. Vielmehr sei das Ziel der Synode eine stärkere Inkulturation, die die pastorale Situation der Völker im Amazonasgebiet und nicht die Weltkirche betrifft, und deshalb auch mit Fragen nach Seelsorgern und Katechisten verbunden ist. Europa muss in seinen Augen eine eigene Synode mit europäischem Profil veranstalten, um den Fragen, die sich hier stellen, gerecht zu werden.


"Was das Klima und den Umweltschutz betrifft, wird die Amazonassynode allerdings universale Bedeutung haben."



 

Eintreten der Kirche für den Schutz der Schöpfung


"Die Amazonas-Synode wird neue Impulse für das weltweite solidarische Eintreten der Kirche für den Schutz der Schöpfung hervorbringen. Dies wird hoffentlich auch die viel zitierte Perspektivenverschiebung bewirken, wie wir Klimaschutz noch konkreter selbst vorleben.


Die Enzyklika Laudato si´ hat den Weg bereitet. Die weltweite Jugendbewegung hat die Politik wachgerüttelt. Jetzt ist die Zeit noch ambitionierter zu handeln.


Auch im Bistum Fulda müssen wir die vielen guten Ansätze im Klimaschutz, z.B. im Bereich nachhaltige Beschaffung, regionale bzw. bio-faire Verpflegung sowie energetische Sanierungen von Gebäuden zeitnah zum Standard machen. Das gilt insbesondere für den regelhaften Wechsel zu nachhaltigeren Energieträgern beim sowieso anstehenden Austausch von Heizungen. Eine Erneuerung von Ölheizungen halte ich z.B. für nicht mehr tragbar. Auch im Bereich Mobilität können wir uns noch verbessern. Wir kompensieren zwar den CO2-Ausstoss von Dienstreisen bei der Klima-Kollekte, aber die Vermeidung der Emissionen z.B. durch die vermehrte Nutzung der Bahn sollte prioritär sein."

Beatrice van Saan-Klein

Dr. Beatrice van Saan-Klein, Umweltbeauftragte des Bistums Fulda zur Amazonas-Synode


 

Pressegespräch am 25.09. live von der DBK in Fulda


Bistum Fulda


Bischöfliches Generalvikariat 

Paulustor 5

36037 Fulda


 



Postfach 11 53

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Telefon: 0661 / 87-0

Telefax: 0661 / 87-578

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© Bistum Fulda

 

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